Männer und Frauen Toiletten

Keine Angst vor der Klobrille!

Wir erklären, warum man sich auf einer öffentlichen Toilette beruhigt hinsetzen kann – und wo die eigentlichen Hygiene-Gefahren lauern.

Egal, ob Raststätte, Flughafen oder Bahnhof: Öffentliche Toiletten gelten nicht gerade als Orte, die man gerne aufsucht. Vor allem die Klobrille löst bei vielen Menschen Ekel aus. Die Befürchtung: Wer sich auf ihr niederlässt, fängt sich bei all den Keimen und Bakterien im Handumdrehen irgendeine Krankheit ein. Dabei ist diese Sorge in der Regel unbegründet. Wir erklären, warum man sich auf einer öffentlichen Toilette beruhigt hinsetzen kann – und wo die eigentlichen Hygiene-Gefahren lauern.

Wenn der Gang zur Toilette Ekel auslöst

Es ist ein Szenario, das garantiert jeder schon mal erlebt hat: Man ist unterwegs und muss plötzlich dringend auf die Toilette. Eigentlich würde man lieber noch warten, bis man zu Hause angekommen ist, doch es geht einfach nicht mehr. Umgehend wird die nächste öffentliche Toilette aufgesucht. Und obwohl dort eigentlich alles einen sauberen Eindruck macht, beschleicht einen dieses Gefühl: Wer hier wohl vor mir drauf war? Wie oft hier wohl sauber gemacht wird? Ohne gross nachzudenken, wird die Klobrille dann grossflächig mit Toilettenpapier ausgelegt, damit auch ja kein Millimeter Porzellan frei bleibt. Sicher ist sicher. Oder man geht in die Hocke, um den Sitz nicht einmal für den Bruchteil einer Sekunde berühren zu müssen.

Dieses Ekelgefühl beim Gang auf eine öffentliche Toilette ist weit verbreitet. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus Deutschland zufolge empfinden ganze 87 Prozent der Befragten die Nutzung als besonders unangenehm1. Auf der Ekel-Skala liegt die öffentliche Toilette damit auf Platz eins, noch vor Haltegriffen in Bus oder Bahn, Handläufen der Rolltreppe oder Griffen von Einkaufswagen. Hauptgrund für das Unbehagen ist dabei die Angst vor Keimen. Wie eine andere Studie des Marktforschungsinstituts net-request zeigt, fürchten sich 72 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer davor, auf öffentlichen Toiletten mit gefährlichen Erregern in Kontakt zu kommen2.

 Toiletten


Krankheitserreger werden nicht über Hautkontakt übertragen

Zugegeben: In vielen öffentlichen Toiletten sind die sanitären Bedingungen alles andere als einladend. Von Papiertüchern auf dem Boden über unangenehmen Geruch bis hin zu „Hinterlassenschaften“ des Vorgängers können die hygienischen Zustände stark variieren. Natürlich sollte bei starken Verunreinigungen, wenn möglich, lieber ein anderes stilles Örtchen aufgesucht werden. Wenn optisch jedoch alles sauber wirkt, besteht beim Hinsetzen auf die Klobrille tatsächlich keine Gefahr durch etwaige Krankheitserreger.

Der Grund: Bakterien und Keime gelangen über die Schleimhäute oder beschädigte Hautbarrieren, wie z. B. auch kleine Wunden in unseren Körper, nicht durch blossen Hautkontakt. Wer sich also ganz normal auf die Toilette setzt und keine Wunden hat, ist vor den Erregern sicher. Ist die Hautbarriere intakt, bildet sie eine natürliche Schutzschicht, an der die Mikroorganismen nicht vorbeikommen3,4. Dazu kommt, dass Toilettenbrillen ohnehin oft weniger keimbelastet sind, als viele denken. Auf herkömmlichen Alltagsgegenständen wie Smartphones oder Küchenschwämmen etwa finden sich im Schnitt weitaus mehr Erreger als auf der Oberfläche der Toilette5,6.  

Toilette

Auch wenn viele öffentliche Toiletten nicht einladend aussehen – beim Hinsetzen auf die Klobrille können bei intakter Haut keine Keime übertragen werden.

Desinfektion statt Klopapier-Unterlage

Wer sich dennoch davor ekelt, sich auf die Klobrille zu setzen, kann sie vorher ganz einfach desinfizieren. Hier bieten sich praktische Flächen-Desinfektionstücher an, wie beispielsweise die Sterillium® Protect & Care Desinfektionstücher Fläche.

Auf mehrere Lagen Klopapier sollte man stattdessen lieber verzichten. So lassen sich nämlich nicht nur Ressourcen sparen. Durch das saugfähige Material sammeln sich im Toilettenpapier Keime, die in der Toilettenkabine zum Beispiel durch den Spülvorgang in der Luft umhergewirbelt werden. Wer die Klobrille also grosszügig mit einer Klopapier-Unterlage ausstattet, berührt das kontaminierte Material mit den Händen – und erhöht so das Risiko einer Infektion durch anschliessendes Berühren des Gesichts7,8. Für eine Ansteckung mit dem Norovirus etwa, das vor allem im Winter grassiert, genügen bereits 100 Viruspartikel, um eine Infektion auszulösen. In jedem Gramm Stuhl von infizierten Patienten finden sich bis zu zehn Millionen Noroviren9. Deshalb: Toilettenpapier nur dann nutzen, wenn man es wirklich benötigt.

Der Wasserhahn – die eigentliche Gefahr in öffentlichen Toiletten

Da die Hände die Hauptüberträger von Keimen sind, ist die eigentliche Gefahrenquelle öffentlicher Toiletten naheliegenderweise auch der Wasserhahn. Schliesslich berühren ihn die Menschen nach dem Toilettengang bereits vor dem Händewaschen, wodurch sich dort Keime sammeln können. Wer den Hahn nun also nach dem Händewaschen anfasst, um das Wasser abzustellen, und sich danach ins Gesicht fasst, erhöht die Gefahr einer Infektion deutlich. Besser ist es daher, die Toilettenarmaturen vor dem Benutzen zu desinfizieren. Oder sich nach dem Händewaschen auch noch einmal die Hände zu desinfizieren. Hierfür eignet sich ein Desinfektionsmittel wie Sterillium®.

Wichtig ist nur, dass die Hände vor dem Desinfizieren trocken sind. Doch Vorsicht bei Lufttrocknern: Verschiedene Studien warnen bereits seit Jahren davor, dass durch solche Geräte mögliche Krankheitserreger wie Bakterien durch die Luft gewirbelt werden10,11,12. Hygienischer ist es daher, die Hände einfach an der Luft zu trocknen oder, falls vorhanden, Papiertücher zu benutzen.

Händewaschen


Die Türklinke als letzte Hürde

Sind die Hände nach dem Toilettengang gewaschen, getrocknet und desinfiziert, bleibt noch eine letzte Hürde: die Türklinke. Um die Hände nicht gleich wieder mit Keimen zu kontaminieren, empfiehlt es sich, den Knauf mit einem Papiertuch zu berühren. Alternativ kann man die Tür mit dem Ellenbogen öffnen – auch, wenn man dabei vielleicht etwas merkwürdig aussieht.

Wer all diese Massnahmen befolgt, braucht beim nächsten Gang auf die öffentliche Toilette also nichts mehr zu befürchten. Aufwendige Nestbau-Vorhaben können endlich ein Ende haben. Und auch die anstrengende Hock-Technik kann guten Gewissens zu den Akten gelegt werden. Da dabei schliesslich oft auch etwas daneben geht, tut man damit nicht zuletzt auch seinen Mitmenschen einen Gefallen.

Türgriff Hygiene

Quellen

1 kkh.de / Öffentliche Toiletten auf Ekel-Skala ganz oben

2 sanitärjournal.de / Ekelfaktor öffentliches WC

3 sos.de / Wo Krankheitserreger auf öffentlichen Toiletten lauern  

4 t-online.de / Die Klobrille ist nicht die schlimmste Keimschleuder

5 focus.de / Die Wahrheit über öffentliche Toiletten

  

6 sueddeutsche.de / Wie Japan Smartphones keimfrei bekommen will

7 merkur.de / Aus diesem Grund sollten Sie niemals Klopapier auf die WC-Brille legen

8 focus.de / Toiletten-Fehler: Deshalb sollten Sie nie Klopapier auf die Klobrille legen

9 Hamburger Abendblatt, 27.11.2017, S.12 / In Bussen und Bahnen lauern die meisten Keime

10 t-online.de / Sind Händetrockner gefährlich für unsere Gesundheit?

11 morgenpost.de / Warum Sie Händetrockner in Waschräumen meiden sollten

12 derstandard.de / Studie: Händetrockner sind Bakterienschleudern

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