Wasserglas

Trinkverhalten bei Inkontinenz - für die Beratung in der Apotheke

Täglich ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden und die Körperfunktionen gesund zu erhalten.

Trinken als Teil der Inkontinenztherapie

Täglich ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden und die Körperfunktionen gesund zu erhalten. Viele Betroffene neigen dazu, aus Angst vor ungewolltem Harnverlust weniger zu trinken. Genau das kann jedoch das Problem verschärfen:

4
  • Bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme füllt sich die Blase nicht vollständig, der Blasenmuskel wird nicht ausreichend aktiviert und erschlafft mit der Zeit.
  • Die Blasenkapazität sinkt, die Harnspeicherung verschlechtert sich.
  • Zudem wird der Urin konzentrierter, was die Blasenschleimhaut reizt und unangenehmen Geruch verursacht.

Ein bewusster Umgang mit dem Thema Trinken ist deshalb ein wichtiger Bestandteil jeder Beratung.

Sechs Tipps für die richtige Flüssigkeitsaufnahme

Geben Sie Ihren Kundinnen und Kunden folgende praktische Tipps mit:

1
  1. Trinken, was Freude bereitet. Am Besten eignet sich stilles oder wenig kohlensäurehaltiges Wasser sowie Früchte- und Kräutertees (harntreibende Getränke möglichst meiden)
  2. Tagesration morgens vorbereiten
  3. Getränke sichtbar platzieren – z. B. auf dem Schreibtisch
  4. Kleine Gläser verwenden , um regelmässig, aber nicht überfordert zu trinken
  5. Nach dem Trinken direkt nachfüllen
  6. Trinkmenge gleichmässig über den Tag verteilen

Warum ein Miktionsprotokoll hilfreich ist

Wenn Kund:innen unter Harninkontinenz leiden, ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung eine fachärztliche Diagnose. Diese bildet die Grundlage, um Ursachen zu ermitteln und geeignete Therapie- oder Behandlungsmöglichkeiten individuell abzustimmen.

Als Apothekenfachkraft können Sie Betroffene darauf hinweisen, dass sie aktiv zur Diagnostik beitragen können – etwa durch das Führen eines Miktionsprotokolls (auch Miktionstagebuch genannt). Dieses erfasst sowohl die Trinkgewohnheiten als auch den Harnabgang und unterstützt damit die ärztliche Einschätzung wesentlich.

Zur einfachen Handhabung stellt MoliCare® eine kostenlose Miktionsprotokoll-Vorlage zur Verfügung, die Betroffene nutzen können.

Download Miktionsprotokoll

Was ist ein Miktionsprotokoll?

Der Begriff „Miktion“ bezeichnet die Blasenentleerung. Ein Miktionsprotokoll ist die strukturierte Aufzeichnung über Zeitpunkt, Menge und Häufigkeit des Wasserlassens – häufig ergänzt durch ein Trinkprotokoll, das die tägliche Flüssigkeitsaufnahme dokumentiert.

Wie wird ein Miktionsprotokoll geführt?

Empfehlen Sie Ihren Kund:innen, das Protokoll idealerweise über 7 bis 14 Tage hinweg zu führen – und zwar in einer gewohnten Umgebung mit einem möglichst strukturierten Tagesablauf.

Während dieser Phase sollten Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeit bewusst wahrgenommen und gezielt notiert werden. Besonders hilfreich sind standardisierte Rubriken:

  • Trinkmenge : Uhrzeit, Art und Menge der aufgenommenen Flüssigkeit
  • Miktion : Zeitpunkt, geschätzte Urinmenge
  • Urinverlust :
    • + = geringer Verlust
    • ++ = mittlerer Verlust
    • +++ = starker Verlust
  • Besonderheiten : z. B. körperliche Aktivität, Medikamenteneinnahme oder andere Faktoren, die Einfluss auf die Kontinenz genommen haben könnten

Empfehlen Sie Ihren Kund:innen, das ausgefüllte Protokoll zum nächsten Arztbesuch mitzubringen. Es erleichtert die medizinische Bewertung erheblich.

Blasentraining: So lässt sich die Blasenfunktion unterstützen

Design ohne Titel (12)

Auch das Verhalten rund ums Wasserlassen kann verbessert werden. Diese Hinweise sind im Beratungsgespräch hilfreich:

  • Nur bei echtem Harndrang auf die Toilette gehen
  • Vorzeitiges Wasserlassen vermeiden
  • Nicht absichtlich weniger trinken
  • Harntreibende Getränke einschränken, z. B. Schwarz- und Grüntee, Kaffee, Alkohol sowie bestimmte Blasen- und Nierentees


Fazit für die Apothekenberatung

Ein Miktionsprotokoll hilft nicht nur dem Arzt – es gibt den Betroffenen selbst ein besseres Verständnis über ihr eigenes Trink- und Ausscheidungsverhalten. Mit wenigen gezielten Empfehlungen können Sie als PTA oder Apothekenmitarbeiter:in Ihre Kundinnen und Kunden aktiv unterstützen – sei es durch Aufklärung, Motivation zum Führen eines Protokolls oder Tipps zur Stärkung der Blase im Alltag.

Verwandte Artikel

Frau macht Beckenboden Übungen
Wissen

Beckenbodentraining bei Inkontinenz

Mit Beckenbodentraining Inkontinenz vorbeugen und gezielt behandeln: Hier finden Sie Tipps und Übungen zum Herunterladen.

Paar informiert sich
Wissen

Harninkontinenz: Ursachen und Behandlung

Hier finden Sie alles Wichtige zum Thema Harninkontinenz: Ein umfassender Guide zur Definition, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Harninkontinenz.

Medikamente
Wissen

Inkontinenz & Blasenschwäche Medikamente

Medikamente können Beschwerden bei Harninkontinenz lindern, aber nicht lösen. Lesen Sie mehr über die häufigsten Medikamente und alternative Therapien.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren, das Nutzererlebnis zu optimieren sowie um Werbung anzupassen und zu bewerten.
Indem Sie auf «Akzeptieren» klicken, stimmen Sie dem zu. Detaillierte Information dazu finden Sie in unserer  

.