Sterilium wird abgefüllt

Wirkungsspektren: Alles, was Sie wissen müssen

Von begrenzt viruzid bis sporizid: Desinfektionsmittel gibt es mit verschiedenen Wirkungsspektren. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Wird je nach Situation ein anderes Desinfektionsmittel benötigt? Und wie findet man das passende Produkt? Wir erklären, was es mit den verschiedenen Wirkungsspektren auf sich hat und was das für den Einsatz im Gesundheitswesen und im privaten Bereich bedeutet.

Bakterien auf dem Türgriff, Pilzbefall in der Umkleidekabine oder Viren auf dem Fahrstuhlknopf: In unserer täglichen Umgebung kreucht und fleucht es überall. Gerade im Winter ist man potenziellen Krankheitserregern wie etwa Grippeviren wieder besonders stark ausgesetzt. Wie gut, dass man mit Desinfektionsmitteln dazu beitragen kann, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Bei dem Blick auf Produkte wie Sterillium®  ist man jedoch schnell von der grossen Menge an Fachbegriffen überfordert: Was genau zum Beispiel mit levurozid, mykobakterizid oder begrenzt viruzid gemeint ist, wissen die wenigsten. Dabei ist das Thema gar nicht so kompliziert, wie es zunächst scheint. 

Wirkungsspektren: Das verbirgt sich dahinter 

Hände schütteln mit Bakterien

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Klassifizierung eines Desinfektionsmittels ist die Art des Krankheitserregers, den es bekämpfen soll. Ein Produkt, das effektiv alle denkbaren Keime – von Sporen bis hin zu Bakterien – eliminiert, gibt es nämlich gar nicht1. Das renommierte Robert Koch-Institut (RKI) aus Deutschland hat deshalb folgende Einteilung von Desinfektionsmitteln2 entwickelt: 

A: Desinfektionsmittel, die zur Abtötung von vegetativen Bakterien einschliesslich Mykobakterien sowie von Pilzen einschliesslich Pilzsporen geeignet sind.

B: Desinfektionsmittel, die zur Inaktivierung von Viren geeignet sind.

C: Desinfektionsmittel, die zur Abtötung von Sporen des Erregers des Milzbrandes geeignet sind.

Grundsätzlich wird bei Desinfektionsmitteln also unterschieden, ob sie primär Pilze, Bakterien, Viren  oder andere Erreger bekämpfen. Innerhalb dieser Überkategorien gibt es jedoch noch weitere Unterscheidungen, was uns zu den Wirkungsspektren bringt, die auf den Etiketten von Desinfektionsmitteln wie beispielsweise Sterillium® zu finden sind. 

„Fungizid“ und „bakterizid“: Die Bekämpfung von Pilzen und Bakterien

Beginnen wir mit den Unterschieden innerhalb der Kategorie der Pilze und Bakterien. Bei Ersteren ist vor allem der Begriff „fungizid“ wichtig: Er bedeutet, dass das Desinfektionsmittel gegen alle Pilze, Pilzsporen und Hefen wirkt. Darunter fallen zum Beispiel auch die bekannten Schimmelpilze. Ist ein Produkt hingegen mit „levurozid“ gekennzeichnet, wirkt es nur gegen Hefen, wie etwa den Stamm Candida albicans

Anhand des Wirkungsspektrums „bakterizid“ erkennt man wiederum, dass das Desinfektionsmittel Bakterien abtötet. Das schliesst alle Bakterien mit Ausnahme der sogenannten Mykobakterien ein. Darunter versteht man eine eigene Gattung von meist stäbchenförmigen Bakterien, wozu zum Beispiel Lepra- oder Tuberkulose-Erreger zählen. Das Tuberkulose-Bakterium hat daher eine eigene Kategorie – „tuberkulozid“. Übergeordnet gibt es jedoch auch die Kennzeichnung „mykobakterizid“, was alle Mykobakterien inklusive dem Tuberkulose-Stamm einschliesst.

Bakterien

Und es gibt noch eine weitere Besonderheit innerhalb der Kategorie A: Anders als sein Name vermuten lässt, wirken Desinfektionsmittel mit Wirkungsspektrum „sporizid“ nämlich nicht gegen Pilzsporen, sondern gegen die Sporen von Bakterien. Das betrifft zum Beispiel Bakterien wie Clostridioides difficile, welche Magen-Darm-Entzündungen mit Durchfall auslösen können und über Schmierinfektion übertragen werden3.

Behüllt vs. unbehüllt: Die Bekämpfung von Viren 

Corona Virus

Auch innerhalb der Kategorie B (Viren) gibt es verschiedene Wirkungsspektren. Das liegt hauptsächlich an dem Unterschied zwischen behüllten und unbehüllten Viren. Obwohl man instinktiv das Gegenteil annehmen würde, sind erstere tatsächlich leichter zu bekämpfen. Die Lipidschicht der behüllten Viren verleiht ihnen zwar eine gewisse Stabilität gegenüber Umwelteinflüssen – gleichzeitig ist diese Hülle auch ihre grösste Schwachstelle, da sie leicht durch alkoholbasierte Desinfektionsmittel zerstört werden kann. Selbst wenn das Innere des Virus dabei intakt bleibt, führt das Aufbrechen der Lipidschicht dazu, dass der Erreger inaktiviert wird. Anders sieht es bei den unbehüllten Viren aus. Ihr zentrales Kapsid ist nämlich deutlich resistenter gegenüber physikalischen und chemischen Verfahren und daher nicht so leicht zu bekämpfen. 

Analog zu diesen Unterschieden in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit ergeben sich die verschiedenen Wirkungsspektren „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ und „viruzid“. Während für die leicht zu inaktivierenden behüllten Viren (wie zum Beispiel Influenza- und Coronaviren) so etwa ein Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid“ ausreicht, braucht es für die widerstandsfähigeren unbehüllten Viren das Wirkungsspektrum „viruzid“. In diese Kategorie fällt zum Beispiel das Entero- oder das Hepatitis-A-Virus. Ausnahmen unter den unbehüllten Viren stellen Noro-, Adeno- und Rotaviren dar, da sie leichter zu inaktivieren sind als andere Vertreter der unbehüllten Viren. Für sie gibt es zusätzlich das Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid PLUS“. 

Gut zu wissen: Viele Desinfektionsmittel vereinen mehrere Wirkungsspektren, sodass man als Anwender gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Erreger geschützt ist. Sterillium® etwa wirkt unter anderem bakterizid, levurozid, mykobakterizid, tuberkulozid und begrenzt viruzid. 

Exkurs: Wie werden die Wirkungsspektren eigentlich ermittelt?

Um herauszufinden, in welchem Wirkungsspektrum ein Desinfektionsmittel funktioniert, gibt es verschiedene Verfahren. Eins der häufigsten ist der praxisnahe Test, bzw. in-vitro-Test, bei dem im Reagenzglas geprüft wird, wie das Desinfektionsmittel unter Zusatz organischer Materie wie Blut oder Eiweiss auf die entsprechenden Testerreger reagiert. Für jedes Wirkungsspektrum gibt es dabei spezielle, festgelegte Testerreger. Im Falle des Wirkungsspektrums „begrenzt viruzid PLUS“ sind das zum Beispiel das Adenovirus sowie das murine Norovirus. 

Sterilium wird abgefüllt

Nach einer jeweils genau festgelegten Zeit wird dann ein Milliliter der Mischung aus organischer Materie, Desinfektionsmittel und dem Testerreger aus dem Reagenzglas entnommen und genau untersucht. Dabei ermitteln Labore, ob das Desinfektionsmittel die Testviren bekämpfen kann oder eben nicht. Das jeweilige Mittel muss dabei eine gewisse Anzahl der Erreger inaktivieren, damit es in einem bestimmten Wirkungsspektrum wirksam ist.

Wie findet man das richtige Desinfektionsmittel? 

Sterilium in benutzung

Bei all den verschiedenen Wirkungsspektren kann man schnell den Überblick verlieren und unsicher werden, welches Produkt denn nun für die jeweiligen Anforderungen das Beste ist. Wer Desinfektionsmittel lediglich für den privaten Bereich benutzt – etwa für die Händedesinfektion nach einer Busfahrt – macht mit einem klassischen, alkoholbasierten Desinfektionsmittel wie Sterillium® alles richtig. Damit ist man breit geschützt gegen Bakterien, Hefepilze und behüllte Viren und damit gut gegen die meisten Erreger gewappnet, die einem im Alltag begegnen können. Da Sterillium® auch über das Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid PLUS“ verfügt, hat man ebenfalls einen effektiven Schutz vor Noroviren.

Grundsätzlich ist es bei der Wahl des richtigen Desinfektionsmittels trotzdem gut zu wissen, mit welchem Erreger man es zu tun hat. Das gilt vor allem für den Gesundheitsbereich. Denn wer weiss, mit welchen Viren oder Bakterien zum Beispiel Patienten in einem Krankenhaus oder Angestellte im Pflegeheim konfrontiert sind, kann Infektionen gezielt bekämpfen und muss nicht jedes Mal zum Desinfektionsmittel mit dem breitesten Wirkungsspektrum greifen. So lassen sich Ausbrüche innerhalb von Kliniken, Krankenhäusern und Pflegeheimen insgesamt besser verhindern4.

Und wie sieht es mit persönlichen Vorlieben aus? 

Sterilium Produkt Gruppe

Neben der Art des Erregers spielen bei der Wahl des Desinfektionsmittels natürlich auch noch andere, subjektive Faktoren eine Rolle. Wer zum Beispiel Wert auf ein geruchloses Produkt legt, kann zu Sterillium® classic pure greifen – der parfümfreien Variante von Sterillium®. Auch die Art des Wirkstoffes kann die Wahl beeinflussen. Für manche Menschen fühlt sich so zum Beispiel ein Propanol-basiertes Mittel wie Sterillium® besser auf den Händen an, während andere eher ein Desinfektionsmittel auf Ethanol-Basis wie Sterillium® med bevorzugen.

Doch egal, welche Präferenzen man am Ende hat – in der Sterillium® Produktfamilie findet jede:r das passende Desinfektionsmittel. 

Quellen

1DESINFACTS 2/2021: So finden Sie das passende Desinfektionsmittel, S. 8

2Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren Stand: 31. Oktober 2017 (17. Ausgabe), S. 1274 

3Infektionsschutz.de / Clostridium difficile 

4DESINFACTS 2/2020: Wirkspektrum „begrenzt viruzid PLUS“ im Klinikalltag, S. 4-5 

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