Schmerzen im Ellbogen: Effektive Massnahmen bei Tennisarm

Schmerzen im Ellbogen: Effektive Massnahmen bei Tennisarm

Plötzliche Schmerzen im Ellbogen – besonders an der Außenseite – können auf einen sogenannten Tennisarm hinweisen. Diese Reizung entsteht durch eine Überbelastung von Muskeln und Sehnen im Unterarm. Typisch sind ziehende oder stechende Schmerzen bei alltäglichen Bewegungen, etwa beim Heben, Greifen oder Tippen. Auch ohne sportliche Belastung kann es zu dieser schmerzhaften Entzündung kommen.

Die Ursache liegt meist in einer dauerhaften Anspannung der Muskulatur, die Zug auf die Sehnen ausübt. Besonders betroffen ist der Sehnenansatz am Knochen – vergleichbar mit einem Zelthering, der durch ständigen Zug gelockert wird. Es entsteht ein schmerzhafter Kreislauf aus Muskelverspannung, Sehnenreizung und Entzündung.

Gezielte Übungen, Entlastung und lokale Maßnahmen wie kühlende oder wärmende Anwendungen können helfen, den Tennisarm effektiv zu behandeln und einer Chronifizierung vorzubeugen.

Simon Heinis Portrait

Simon Heinis ist dipl. Physiotherapeut und betreute unter anderem Spitzensportler:innen an olympischen Sommer- und Winterspielen. Er leitet seit dem Jahr 2000 das Institut für Physiotherapie der Merian Iselin Klinik für Orthopädie und Chirurgie Basel sowie seit 2018 das Gesundheitszentrum

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Ellbogenschmerzen können verschiedene Ursachen haben – typische Anzeichen deuten jedoch auf einen Tennisarm hin. In vielen Fällen lässt sich dieser mit einfachen Maßnahmen selbst behandeln. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über Symptome, Ursachen und bewährte Behandlungsmöglichkeiten.

Tennisarm: Typische Symptome und Schmerzverlauf

Ein Tennisarm äussert sich durch stechende Schmerzen an der Außenseite des Ellbogens, oft ausgelöst durch einfache Bewegungen oder leichten Druck. Besonders beim Strecken des Arms verstärken sich die Beschwerden. Die Schmerzen können in den Unterarm, die Hand oder bis zur Schulter ausstrahlen – ein deutliches Zeichen für eine Epicondylopathie radialis humeri.

Mann hat ellenbogenschmerzen

Ein Tennisarm schränkt sportliche Aktivitäten deutlich ein – oft begleitet von Kraftverlust in der betroffenen Hand. Selbst alltägliche Bewegungen können schmerzhaft werden. Mit gezielter Therapie und konsequenter Umsetzung klingen die Beschwerden meist innerhalb weniger Wochen ab.

Symptome erkennen und richtig behandeln

Typisch sind stechende Schmerzen an der Außenseite des Ellbogens, besonders beim Strecken oder bei Druck. Die Schmerzen können bis in Hand oder Schulter ausstrahlen. Eine einfache körperliche Untersuchung hilft häufig bereits bei der Diagnose. Besteht der Verdacht, kann zusätzlich ein MRT oder Röntgenbild andere Ursachen ausschließen.

Auch andere Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen. Eine medizinische Abklärung ist daher essenziell, um chronische Verläufe zu vermeiden und die richtige Therapie einzuleiten.

Wie entsteht ein Tennisellbogen? 

Ein Tennisarm entsteht durch Überbelastung der Unterarmmuskulatur – oft durch Sportarten wie Tennis, Rudern oder Krafttraining, aber auch durch einseitige Tätigkeiten im Alltag, etwa bei der Computerarbeit oder handwerklichen Arbeiten. Am häufigsten tritt er zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. 

Gezielte Kräftigungsübungen der Unterarmmuskulatur sowie der Einsatz von Kinesiotape können helfen, Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern. Weitere Übungen und Tipps zur Behandlung sind in den folgenden Abschnitten zusammengefasst.

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Kinesiotape gegen den Tennisarm 

Die farbenfrohen Tapes werden zur Unterstützung des Gelenks mittels unterschiedlicher Tapetechniken am Ellbogen angebracht. Dadurch können sie helfen, Schmerzen zu lindern. Gleichzeitig bleibt die Bewegungsfreiheit vollständig erhalten. So eignet sich das Kinesiotape nicht nur zur Therapie deines Tennisarms, sondern kann auch präventiv beim Sport oder im Alltag angewendet werden.


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Tennisarm: Behandlungsmöglichkeiten bei Schmerzen im Ellbogen

Bei einem akuten Tennisarm steht Schonung im Vordergrund. Belastende Tätigkeiten wie Sport, Malen oder handwerkliche Arbeiten sollten vorübergehend vermieden werden, um eine Chronifizierung zu verhindern. In vielen Fällen klingen die Beschwerden bei ausreichender Ruhe von selbst wieder ab.

Zur Linderung akuter Schmerzen eignet sich Kälte – sie beruhigt gereizte Sehnen und reduziert Entzündungen. In späteren Phasen oder bei chronischem Verlauf unterstützt Wärme die Durchblutung und löst Muskelverspannungen. Ergänzend können schmerzlindernde Salben oder Wärme-/Schmerzpflaster eingesetzt werden.

Nach Abklingen der akuten Phase helfen Dehnübungen, die Spannung auf den Sehnenansatz zu verringern und die Heilung zu fördern. Auch Bandagen und physiotherapeutische Massnahmen können unterstützend wirken. Für eine gezielte Therapie empfiehlt sich die Rücksprache mit einer Fachperson.

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Behandlung des Tennisellbogens mithilfe von Bandagen

Bandagen bieten eine effektive Unterstützung bei der Behandlung eines Tennisarms – sowohl im Alltag als auch beim Sport. Sie stabilisieren das Ellbogengelenk, entlasten die Muskulatur und schränken die Beweglichkeit nicht ein. Die integrierte Kompression wirkt wie eine Mikromassage, fördert die Durchblutung und lindert Schmerzen gezielt.

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Nach Abklingen der Beschwerden ist ein vorsichtiger Wiedereinstieg wichtig. Mögliche Fehlhaltungen oder ungünstige Bewegungsabläufe – z. B. bei der Rückhand im Tennis – sollten analysiert und ggf. mit professioneller Unterstützung korrigiert werden. Langfristig helfen gezielte Kräftigungs- und Mobilisationsübungen dabei, den Sehnenansatz zu stabilisieren und Rückfällen vorzubeugen.

Operation nur in Ausnahmefällen

Ein chirurgischer Eingriff wird nur selten notwendig und gilt als letzte Option. Erst wenn konservative Behandlungen wie Schonung, Bandagen oder Physiotherapie keine Wirkung zeigen und chronische Schmerzen die Bewegungsfreiheit stark einschränken, kann eine Operation sinnvoll sein. In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden jedoch ohne invasive Maßnahmen erfolgreich behandeln.

Epicondylopathie Behandlung: Diese drei Übungen helfen 

Bei einem Tennisarm ist kontrollierte Bewegung wichtiger als vollständige Schonung. Ziel ist es, die Unterarmmuskulatur gezielt zu dehnen und zu kräftigen, um den Zug auf den Sehnenansatz zu verringern und Entzündungen zu lindern.

Übung 1 – Unterarmmuskulatur dehnen 

Den Arm auf Schulterhöhe ausstrecken, Handfläche nach unten. Die Hand nach unten klappen und die Finger in Richtung Körper ziehen, bis ein Dehnreiz spürbar wird. Position 30 Sekunden halten. Für intensivere Dehnung die andere Hand zur Hilfe nehmen.

Für die Beugemuskulatur: Handfläche zur Decke, Hand erneut nach unten klappen und Finger zu sich ziehen.

Übung 2 – Handtuch auswringen und Unterarmmuskeln stärken 

Ein kleines Handtuch mit beiden Händen fest umschließen, Unterarme aufstützen. Eine Hand dreht das Tuch langsam aus, die andere hält dagegen. Nach einigen Sekunden zurückdrehen. Jede Seite 10 Wiederholungen, 2–3 Durchgänge.

Übung 3 – Kräftigung mit Gewicht

Mit einem leichten Gewicht (z. B. Wasserflasche) den Unterarm flach auf den Tisch legen, Handgelenk über der Kante. Hand langsam 10 Mal nach oben und unten bewegen. Die Streckmuskeln im Unterarm werden gezielt aktiviert. Übung 2–3 Mal wiederholen, bei Bedarf mit der freien Hand unterstützen.

Diese Übungen unterstützen die Regeneration und fördern die langfristige Belastbarkeit des Unterarms.

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