
Kinesiotape richtig anwenden
Egal ob für Sport, Therapie oder Freizeit – das Kinesio Tape passt sich der Haut an und fördert die Heilung von Muskeln und Gelenken. Wir zeigen Ihnen einfache Taping-Anleitungen.

Ellbogenschmerzen treten meist wie aus dem Nichts auf, ohne dass man genau sagen kann, weshalb. Sind sie erst einmal da, halten sie sich hartnäckig – und hindern Sie daran, im Sport Vollgas zu geben. Erfahren Sie hier die Ursachen der Ellbogenschmerzen und wie Sie behandelt und vorgebeugt werden können.
Es braucht keinen Sturz, keinen Schlag, kein Auskugeln und keine Überdehnung: Ellenbogenschmerzen können ganz plötzlich und scheinbar ohne ersichtlichen Grund auftreten. „Ellenbogenschmerzen sind in der Regel ein Zeichen von Überbelastung und werden schleichend stärker“, erklärt der diplomierte Physiotherapeut Simon Heinis. „Sie entstehen durch wiederkehrende, zu starke oder einseitige Beanspruchung der Muskulatur.“ Oft besteht das Problem schon lange, bevor Sie Schmerzen und andere Begleitsymptome wahrnehmen.

Ohne den Ellbogen könnten wir weder einen Tennisschläger schwingen, noch einen Ball fangen oder unsere Haustür aufschliessen. Wir brauchen ihn, um unsere Hand zu drehen, unseren Arm zu beugen und zu strecken.
Der Ellbogen besteht aus drei Gelenken, die den Oberarmknochen mit den beiden Unterarmknochen Elle und Speiche verbinden. Diese werden durch mehrere Bänder und Sehnen stabilisiert. Zudem ist der Ellbogen Ursprung einer Vielzahl an Muskeln, die die Bewegungen der Hand und der Finger steuern.
Ob beim Tragen von Einkaufstüten, beim Tippen am Computer oder beim Sport – der Ellbogen ist an unzähligen Alltags- und Freizeitbewegungen beteiligt. Daher können Schmerzen im Ellbogen schnell zur Einschränkung werden.
Häufig entstehen Ellbogenschmerzen durch einseitige und wiederholte Bewegungen, die über längere Zeiträume hinweg ausgeführt werden. Diese Überbelastung kann die Muskulatur im Unterarm stark beanspruchen und zu Mikroverletzungen führen. Besonders bei sportlicher Aktivität treten Ellbogenschmerzen vermehrt auf, wenn dem Körper zwischen den Trainingseinheiten nicht ausreichend Erholung gewährt wird.
Sportarten mit einseitiger Beanspruchung des Schlag- oder Wurfarms gelten als typische Auslöser – darunter Tennis, Squash, Badminton, Handball, Fechten sowie Wurfdisziplinen der Leichtathletik. Auch beim Krafttraining kann es zu Beschwerden kommen, insbesondere wenn die Übungen unsauber ausgeführt oder zu schwere Gewichte verwendet werden.
Doch nicht nur im Sport, auch alltägliche Tätigkeiten wie Gartenarbeit, das Heben schwerer Kisten oder längeres Arbeiten mit der Maus können zu einer Überlastung des Ellbogens führen und Schmerzen verursachen.
Oft treten diese Überbelastungen nicht akut auf, sondern entwickeln sich schleichend durch wiederholten Stress auf Muskeln und Sehnen. So kann auch die Arbeit am Bildschirm Ellbogenschmerzen verursachen.
Simon Heinis
Doch nicht immer sind Ellbogenschmerzen auf eine Fehl- oder Überbelastung zurückzuführen. Verletzungen wie ein Ellbogenbruch, ein Sehnenabriss oder ein eingeklemmter Ellenbogennerve können ebenfalls dafür verantwortlich sein. Möglicherweise steckt auch eine Arthritis im Ellbogen dahinter, eine entzündliche Gelenkerkrankung.
Je nach Ursprung und Ursache unterscheiden sich Ellbogenschmerzen in ihrer Ausprägungen. Welche Symptome für welches Beschwerdebild typisch sind, zeigt die folgende Übersicht.
Für eine Epicondylopathie – oder auch Tennisarm – sind stechende Schmerzen an der Aussenseite des Ellbogens typisch, die sich vor allem beim Strecken des Unterarms sowie beim Strecken und Zugreifen mit der Hand bemerkbar machen. Unser Experte Simon Heinis erklärt: „Die Schmerzen gehen von einem gereizten Sehnenansatz der Streckmuskeln im Unterarm aus. Die Reizung ist häufig Folge einer muskulären Überbelastung, die durch Aktivitäten entsteht, bei denen die Bewegung mit ausgestrecktem Arm und gleichzeitig nach aussen gebeugtem Handgelenk erfolgt.“ Dieses Bewegungsmuster ist etwa im Tennis oder anderen Schlägersportarten wie Squash oder Badminton ausgeprägt. Aber auch Rudern und Krafttraining im Fitnessstudio können einen Tennisellbogen auslösen.
Wie beim Tennisarm ist auch beim Golferarm ein Sehnenansatz im Unterarm gereizt, diesmal aber jener der Beugemuskeln der Hand und Finger. Entsprechend treten die Schmerzen beim Beugen des Arms und beim Ballen der Faust an der Innenseite des Ellbogens auf. Ein Golferarm entwickelt sich durch anhaltende, sich wiederholende Beugebewegungen oder ruckartige Belastungen der Beugemuskulatur. So tritt der Golferellbogen gehäuft bei Sportarten wie Klettern, Wurfdisziplinen in der Leichtathletik und natürlich dem namensgebenden Golf auf.
Langanhaltende, einseitige Bewegungen setzen nicht nur Muskeln und Sehnen zu, sondern auch den Schleimbeuteln im Ellbogen. Diese mit Flüssigkeit gefüllten Säckchen befinden sich im Gelenk und dienen als Puffer zwischen Knochen und Weichteilgewebe, bestehend aus Muskeln, Sehnen und Bändern. Durch übermässige Belastung, etwa beim Sport, können sich die Schleimbeutel entzünden. „Doch auch arbeitsbedingte Ellbogenbeschwerden sehe ich in meiner Praxis häufig“, erzählt uns der Physiotherapeut Simon Heinis. Langes Aufstützen der Ellbogen – etwa bei der Arbeit am Schreibtisch – kann zu einer Reizung des Schleimbeutels führen. In solchen Fällen ist häufig die Ellbogenspitze betroffen. Eine sogenannte Bursitis, also Schleimbeutelentzündung, äußert sich meist durch eine deutliche Schwellung, sichtbare Rötung und Druckempfindlichkeit im betroffenen Bereich.
Ellbogenschmerzen können durch unterschiedliche Ursachen entstehen – von Überlastung bis hin zu entzündlichen Prozessen. Eine genaue Abklärung durch medizinisches Fachpersonal ist daher empfehlenswert, um die passende Behandlung zu finden. In den meisten Fällen ist keine Operation nötig, da Ellbogenschmerzen konservativ gut behandelbar sind.
Eine erste Massnahme besteht darin, das betroffene Gelenk zu schonen und ruhigzustellen. Bei akuten Entzündungen kann das Auftragen kühlender Gele oder Umschläge die Schmerzen kurzfristig lindern. Nach der akuten Phase empfiehlt sich jedoch der gezielte Einsatz von Wärme – insbesondere bei überlastungsbedingten Beschwerden. Wärme unterstützt die Durchblutung, fördert den Heilungsprozess und trägt dazu bei, die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern.
Besonders bei sportlicher Belastung oder Bewegungspausen etwa beim Golf oder Tennis, ist es sinnvoll, das Ellbogengelenk warmzuhalten. Bandagen oder Kinesiotapes können hier unterstützend wirken. Wärmende Salben eignen sich hingegen besonders zur Lösung von .
Gewusst wie, lassen sich Tapes schnell selbst am Ellbogen anbringen. Sie sind eine einfache Massnahme, um den Ellenbogen zu stützen und die Muskulatur zu entlasten. Zudem halten sie die Gelenkstrukturen warm. Dadurch helfen sie, Schmerzen zu lindern und Überlastungen vorzubeugen. Weil sie die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, können Kinesiotapes problemlos während des Sports getragen werden.
Eine Bandage kann das Verletzungsrisiko beim Sport verringern, indem sie den Ellenbogen zuverlässig stabilisiert, wärmt und vor äusseren Einwirkungen wie Schlägen und Stössen schützt. In der Therapie sind Bandagen durch ihren stabilisierenden Effekt sehr nützlich, um Schmerzen bei Alltagsbewegungen zu lindern und die Heilung zu fördern.
Klingen die Beschwerden ab, erfolgt die Rückkehr zur gewohnten Sportroutine oftmals zu schnell – was das Risiko für erneute Schmerzen im Ellenbogenbereich deutlich erhöht. Um wiederkehrenden Entzündungen gezielt vorzubeugen, lohnt es sich, die Ursache genauer zu analysieren.
Ein kritischer Blick auf die Trainingsgestaltung sowie die angewandte Technik kann helfen, einseitige Belastungen zu erkennen und gezielt zu reduzieren. Durch eine angepasste Bewegungsführung lässt sich der mechanische Reiz auf das Gelenk verringern – eine wichtige Massnahme, um Überlastungen zu vermeiden und langfristig schmerzfrei aktiv zu bleiben.
Neben dem Einsatz von Bandagen oder Kinesiotapes können gezielte Übungen zur Linderung von Ellenbogenschmerzen beitragen und die Rehabilitation wirksam unterstützen. Besonders effektiv ist die Kombination aus Dehnübungen und Kräftigung der Unterarmmuskulatur – dies verbessert die Stabilität des Gelenks und beugt erneuten Überlastungen vor.
Dehnung der Beugemuskulatur (Innenarm)
Dehnung der Streckmuskulatur (Außenarm)
Streckmuskulatur
Beugemuskulatur

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